Antiquariat Elvira Tasbach
RARE BOOKS & FINE MANUSCRIPTS
Angebot Nr.: 1
Seltene Landgerichtsordnung
für die Altmark
JOACHIM FRIEDRICH, KURFÜRST VON BRANDENBURG.: Unser von Gottes Gnaden Joachim Friderichs, Marggraffen zu Brandenburg, des heiligen Römischen Reichs ErtzCämmerern und Churfürsten, in Preussen, Stettin, Pommern, der Cassuben, Wenden, und in Schlesien zu Crossen Hertzogen, Burggraffen zu Nürnberg, und Fürsten zu Rügen. Hoff und Landgerichts Ordnung in der Altenmarck. Frankfurt an der Oder, Friedrich Hartmann, 1602. 40 nicht nummerierte Seiten mit kleinem Holzschnitt-Wappen auf dem Titel, eleganter schwarzer Halbleder-Band des späten 19. Jahrhunderts mit goldgeprägtem Rückentitel und marmorierten Decken (Einband leicht berieben), 19,2 x 15,8 cm
(VD17 1:042749M). Selten. Eine von zwei Druckvarianten der 1602 durch Kurfürst Joachim Friedrich (1546-1608) in Auftrag gegebenen Landgerichtsordnung für die Altmark. - Leicht gebräunt, Titelblatt verso mit gelöschtem Bibliotheksstempel.
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Bestell Nr.: 3576, Preis: 1.400,– €
FRIEDRICH II. - 'Plan der Bataille von Molwitz so den 10.ten April Anno 1741 vorgefallen mit der Oesterreichischen Armee.' Sehr dekorative Rolle mit der kolorierten Darstellung der Schlacht von Mollwitz, der ersten Schlacht, die Friedrich II. führte, bestehend aus 4 aneinander geleimten Blättern. Wasserzeichen 'Lilie'. Sehr detaillierte Zeichnungen mit feinem Kolorit, 13 Portraits der Befehlshaber zu Pferde (4 x 5 cm), Darstellung der preußischen Aufstellung mit kolorierten Standarten, Schmuckelementen wie Kanonen und Wagen, 6 kolorierten Panoramen der umliegenden Dörfer und der Festung sowie einem kleineren schematischen Plan der Schlachtordnung der Preußen und der Österreicher. Maße: 182,5cm x 35,8cm. Auf der Rückseite an den äußeren rechten Seiten in Querschrift 'Bataile de Molwitz', nur zu sehen im zusammengerollten Zustand. Keine Hinweise auf Hängung, scheinbar wurde die Rolle zusammengerollt aufbewahrt.
Es scheint sich um eine Rolle mit Memorialfunktion zu handeln, die anlässlich des Sieges von Mollwitz, vielleicht für einen führenden Offizier, möglicherweise sogar als Geschenk für den König oder einen befreundeten Hof angefertigt wurde. Der Entstehungszeitraum liegt wohl in der Mitte des Jahres 1741, darauf deuten einige Rang-Benennungen hin. In dem Plan ist bei drei Offizieren ein falscher Dienstgrad angegeben; entweder einer, den sie noch nicht oder aber nicht mehr hatten. Im Einzelnen sind dies: Oberst Carl Friedrich von Posadowsky (in der Rolle angegeben als "Gen. Maj.", was er allerdings erst ab dem 4. Juni 1741 wurde). Es ist also von einem Entstehungszeitraum ab diesem Datum auszugehen. Generallieutenant Graf Adolph Friedrich von der Schulenburg (diesen Rang bekleidete er seit Anfang Dezember 1740, ist in der Rolle noch als Generalmajor angegeben). Die Nachricht über seine Beförderung scheint sich in der Hektik der Kriegsvorbereitungen und der vielen Ereignisse im Zusammenhang mit der Thronbesteigung nicht schnell genug verbreitet zu haben. General (ab 7.4.1741) Prinz Leopold II. Maximilian von Anhalt-Dessau (in der Rolle jedoch noch als "Gen. Lt." aufgeführt). Auch diese Verwechslung spricht für eine zeitnahe Anfertigung der Rolle kurz nach der Schlacht.
Nach dem Bruch der Pragmatischen Sanktion und der Besetzung Schlesiens, sah sich Friedrich II. im Frühjahr 1741 einer Allianz aus Engländern, Russen, Holländern, Sachsen und besonders Österreichern gegenüber. Der König konnte seine weit auseinanderliegenden Territorien nicht verteidigen und musste sich eigentlich auf seine Kernländer und das gerade gewonnene Schlesien konzentrieren. Als jedoch die Österreicher ihren Feldzug weitaus früher als erwartet begannen, kam Friedrich in Zugzwang. Um das Schlimmste und insbesondere den österreichischen Übergang über die Oder zu verhindern, eilten die überstürzt zusammengezogenen Preußen den Österreichern entgegen. Beide Armeen trafen sich am 10. April bei Mollwitz (heute poln. Małujowice).
Dem österreichischen Heer in einer Stärke von 16.600 Mann stand ein zahlenmäßig überlegenes preußisches Heer mit 23.400 Mann gegenüber, das sich jedoch in dem Raum um Mollwitz nicht vollends zur Linie entfalten konnte. Bedingt durch die Setzung falscher Marschrichtungspunkte staute sich die Infanterie, der linke Flügel hing zurück und Friedrich nahm daher die freigewordenen Grenadierbataillone an den rechten Flügel. Wie der Schlachtverlauf erwies, war dies eine glückliche Entscheidung und der Anlass zur Konzeption der berühmten "schiefen Schlachtordnung". Zunächst hatte die österreichische Kavallerie die preußische Reiterei auseinander gesprengt, was den König später zu der Feststellung veranlasste: "die Kavallerie ist nicht wert, daß sie der Teufel holt". Schwerin drängte den König das Schlachtfeld zu verlassen, wendete aber die schon verloren geglaubte Schlacht durch das unter seiner Führung unbeirrt disziplinierte Vorrücken der Infanterie. In den Instruktionen Friedrichs II. heißt es hierzu: "Wenn ein Soldat sich während des Treffens nach der Flucht umsehen sollte, und zwar 1 Fuß breit aus der Linie sich begiebet, soll der hinter selben stehende Unter-Officier selben mit dem Kurzgewehre auf der Stelle durchstechen und massacriren." Die österreichiche Kavallerie musste sich schließlich zurückziehen. Nun stand die gedrillte preußische 'Kriegsmaschine' der weitaus unterlegenen österreichischen Infanterie gegenüber. Ein österreichischer Offizier sollte dies mit seinen Worten später so beschreiben: "Ich kann wohl sagen, mein Lebtag nichts Schöneres gesehen zu haben. Sie marschierten mit größter Contenance und so schnurgleich, als wenn es auf dem Paradeplatz wäre. Das blanke Gewehr machte in der Sonne den schönsten Effekt, und ihr Feuer ging nicht anders als ein stetiges Donnerwetter. Unsere Armee ließ den Mut völlig sinken."
Auch wenn die Schlacht von Mollwitz am 10. April 1741 keine Vorteile für Friedrich II. gebracht hatte und die Verluste höher lagen, als die der sieglosen Österreicher, war Mollwitz doch ein Prestigeerfolg für das preußische Militär und den jungen König. Allein die Disziplin und Schlagkraft des in der Linie entwickelten Feuerorkans des Salvenfeuers, mit etwa einem Schuss pro zwölf Sekunden, ließen die taktisch überlegenen Österreicher verzweifeln und letztlich unter hohen Verlusten in den Rückzug übergehen. Der teuer erkaufte Sieg sollte später zum Mythos verklärt werden, selbst von Historikern wir Ranke: "Wie fühlte man dort so ganz die Bedeutung der Schlacht von Mollwitz, während derselben sind die Kinder auf den Straßen der Stadt auf die Knie gefallen, um für den Sieg des Königs von Preußen zu beten" (Leopold von Ranke, Sämtliche Werke (1874), Band 11, S. 436.).
Thematisch gliedert sich die Darstellung in zwei Teile. Im linken Bereich (etwa 110 cm breit) ist die Schlachtaufstellung der Preußen zu sehen. An die einzelnen Quarées sind die Standarten in den jeweiligen Regimentsfarben gemalt. Grenadierbataillone sind durch brennende Granaten kenntlich gemacht. Mit roter Schrift sind die Namen der Regimenter und Bataillone eingetragen. Zusätzlich sind die Kommandeure in sehr genauen Miniaturen zu Pferde (etwa 4 x 5 cm) portraitiert.
Im Einzelnen handelt es sich um: An der Spitze: Friedrich II. und Feldmarschall Kurt Christoph Graf von Schwerin. Linker Flügel: Oberst Carl Friedrich von Posadowsky (hier aber dargestellt als Gen. Maj.). 1. Treffen: Generallieutenant Christoph Wilhelm von Kalckstein, Generalmajor Joachim Christoph von Jeetze, Generalleutnant Heinrich Karl von der Marwitz, Generalmajor Prinz Dietrich von Anhalt-Dessau, Generalmajor Markgraf Karl Friedrich Albrecht von Brandenburg-Schwedt. Rechter Flügel: Generalmajor von Kleist, Generallieutenant (ab November 1740) Graf Adolph Friedrich von der Schulenburg (hier noch dargestellt als Gen. Maj.). 2. Treffen: Generalmajor von Bredow, General (ab 7.4.1741) Prinz Leopold II. Maximilian von Anhalt-Dessau (hier jedoch noch Gen. Lt.), Generalmajor Prinz Heinrich. Der rechte Teil der Rolle misst eine Länge von 64 cm. Es handelt sich um die Ansicht der Schlachtaufstellung der Preußen und Österreicher. Die Umgebung ist reduziert auf kolorierte Ansichten der umliegenden Dörfer und Städte, darunter Mollwitz, Hünern, das brennende Pampitz, Grüningen, der Festung Brieg an der Oder sowie Hermsdorf. Die Panoramen sind zwischen 10 und 20 cm breit und bis zu 15 cm hoch und bestechen durch ihre detailgetreue Darstellung.
Neben der äußerst dekorativen Wirkung ist die vorliegende Rolle eine beeindruckende Hommage eines Unbekannten an den König und thematisiert den ersten großen, wenn auch verlustreichen Sieg Preußens im Ersten Schlesischen Krieg. Die raumgreifende Darstellung und die farbenprächtige und minutiöse Gestaltung geben einen Eindruck von der großen Bedeutung dieser Schlacht für die Zeitgenossen und sind ein hervorragendes Beispiel für die Medialisierung dieses Ereignisses im 18. Jahrhundert.
Das vorliegende monumentale Panorama der Schlacht ist ein beeindruckendes Beispiel für die schnell einsetzende Glorifizierung des Königs. Dass er aus Unerfahrenheit schwere strategische Fehler begangen hatte, wie den zu späten Angriff aufgrund des langwierigen, lehrbuchmäßigen Aufmarschs, war rasch vergessen. Ebenso wem er den entscheidenden Sieg im Ersten Schlesischen Krieg und die Behauptung des kurz zuvor besetzten Schlesiens eigentlich verdankte: der Kaltblütigkeit seines Generals von Schwerin und der von seinem Vater unermüdlich gedrillten und exerzierten Infanterie. Friedrich selbst zog zahlreiche Lehren aus der fast verlorenen Schlacht ("Molwitz war meine Schule"), schon 1743 erschienen die neuen Reglements für die Kavallerie und Infanterie und noch aus dem Lager in Mollwitz schrieb er nachdenklich an Voltaire: "Wenn ich den gehorsamen Sturm meiner Truppen lenke, geschieht dies immer auf Kosten meiner Menschlichkeit, die unter dem notwendigen Übel leidet, das anzurichten ich nicht vermeiden konnte." (Katalog Friedrich der Große, 1986, S. 83 f.). Zustand: Die rote Tinte etwas verblasst, abgesehen von kleineren Randläsuren sehr gut erhalten.
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Bestell Nr.: 1093, Preis: 14.000,– €
Angebot Nr.: 3
Die schönste illustrierte Ausgabe
der Mémoires
FRIEDRICH II. (anonym): Mémoires pour servir à l'histoire de la maison De Brandebourg. D'après l'original. Drei Teile (in einem Band). Berlin, Christian Friedrich Voss, 1767. Dekorativer Halbleder-Band der Zeit auf fünf Bünden, mit zwei goldgeprägten Rückenschildern und reicher floraler Rückenvergoldung, dreiseitigem Rotschnitt und preussisch-blauen Kleisterpapier-Vorsätzen (Kanten berieben, Rückengelenk mit kleiner Fehlstelle), 24,5 x 21 cm.
Mit ihren 3 gestochenen Titelvignetten, 20 gestochenen Initialen, 31 gestochenen Kopf- und Schlussvignetten (alle von G. F. Schmidt), 2 großen ausfaltbaren Karten und 2 ausfaltbaren genealogischen Tafeln gilt die vorliegende Ausgabe als die schönste illustrierte Ausgabe der Geschichte des Hauses Brandenburg, die erstmals 1747 - 1749 in drei Folgen der 'Histoire de L'Academie Royale des Sciences et Belles Lettres' veröffentlicht worden war. (Barbier III, 239; Preuß I, 55; Cohen-R. I, 411). - Kollation: 1 nicht nummeriertes weißes Blatt, gestochenes Frontispiz, Titelblatt in rot und schwarz, IV, XVI Seiten, (1) Blatt, 208 Seiten. Titelblatt in rot und schwarz, (1) Blatt, 212 (richtig 210) Seiten. Titelblatt in rot und schwarz, 154 Seiten, (1) weißes Blatt. - Zustand: Titelblatt mit rasiertem Besitzvermerk, dadurch kleiner Darstellungsverlust der Titelvignette, Seite 1 des zweiten Teils mit Randeinriss, sonst schönes, nahezu fleckenfreies und ungebräuntes Exemplar.
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Bestell Nr.: 368, Preis: 950,– €
Angebot Nr.: 4
Friedrich Wilhelm IV
an Alexander von Humboldt
FRIEDRICH WILHELM IV., König von Preußen (1795 und 1861). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Alexander von Humboldt, eine 2/3 Seite auf Doppelblatt, Blattgröße 21 x 13,5 cm, grünes Papier, datiert B(erlin), 7.2. (18)
"Verehrtester Freund, Ich lege eine Depesche du beau d'Aix an Sie ein, indem ich glaube, daß sie Ihnen wegen ihres gutens Styls u. des reichen Mode Inhaltes einigen Genuß gewähren wird. Auf Wiedersehen im weißen Saale!". - Der von August Stüler umgestaltete 'Weiße Saal' im Berliner Stadtschloss wurde unter Friedrich Wilhelm IV. für große Festveranstaltungen genutzt. - Mit Faltspur und winzigen Einrissen am Falz. Abgedruckt in: Ulrike Leitner (Hrsg.): Alexander von Humboldt - Friedrich Wilhelm IV. Briefwechsel, 383). Provenienz: Sammlung Möllhausen, Auktionshandel Berlin.
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Bestell Nr.: 1456, Preis: 55.530,– €
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