"Frühe Rezepte für Porzellanmalerei mit Anleitungen, bestimmte Farben (Rorh, Samet-Roth, Blau, Gelb, Schwefel-Gelb, Braun, Grün, Einlaß Weiß, Schwartz) für die Porzellanmalerei herzustellen (S. 1-4), darunter auch verschiedene Arten der Vergoldung. Nach dem Rezept für schwarze Farbe wechseln abrupt Thema und Schreiberhand: "Mann läßt oft die Pferde im Stalle stehn, bis ihnen die Schänkel geschwöllen....". Es folgen Rezepte zur Herstellung von Salben und Medikamenten (Vor die Steingall, Vor geschlagene Wunden, Eine Huf-Salbe, Vor die Maucken, Eine schwartze Salben, die heilsam ist zu allen Schäden, Von denen Gallen der Pferde u.v.a.m.). Eine systematische und wissenschaftliche Ausbildung von Veterinärmedizinern fand im deutschsprachigen Raum erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert statt. Erst dann wurden gezielt in mehreren Ländern staatliche Tierarzneischulen gegründet, um die medizinische Betreuung von Pferden beim Militär und in den Gestüten sowie die Gesunderhaltung von landwirtschaftlichen Nutztieren durch eigens dafür ausgebildete Tierärzte effektiver zu gestalten. Der zweite Teil der vorliegenden Handschrift dokumentiert den Wissensstand der Pferdeheilkunde vor dieser Entwicklung : des Schreibens Kundige hielten Rezepte, die sich in der Praxis bewährt hatten auf und gaben so das Wissen weiter. Die Mischung aus Farbrezepten für Künstler und medizinischen Rezepten für Pferdebesitzer ist ungewöhnlich und könnte ein Ausgangspunkt für weitere Forschungen zum Entstehungskontext der Handschrift sein. - Zustand: zwei Seiten mit Tintenwischern, an den Rändern etwas gebräunt, minimale Randläsuren." Preis: 2200 EUR




