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BERG, CAROLINE FRIEDERIKE VON (anonym): Die Königin Luise. Der Preußischen Nation gewidmet. Zum Besten der hinterlassenen Wittwen und Waisen, der für König und Vaterland gefallenen Landwehrmänner und freiwilligen Jäger. Berlin, (ohne Verlagsangabe), 1814. Vortitel (mit der Schreibweise 'Louise'), Titelblatt mit gestochener Vignette, (2) S. (Nachschrift), 124 S., schwarzer Pappband der Zeit mit handschriftlichem Rückenschild und dreiseitigem Rotschnitt (Kanten berieben), 18,2 x 11,5 cm. Erste Ausgabe.

"Seltene, frühe Biographie der Königin Luise. In der Staatsbibliothek zu Berlin als Kriegsverlust gekennzeichnet. Karoline Friederike von Berg, geb. Gräfin von Haeseler, geb. 1760 in Magdeburg, gest. 1826 in Teplitz, war in Weimar aufgewachsen, wo sie Umgang mit Goethe und Herder pflegte, der sie einen "Schatz von Vernunft und tätiger Weisheit" nannte. Nach ihrer Scheidung kam sie nach Berlin und wurde Hofdame und bald engste Vertraute der Königin Luise, sehr zum Leidwesen Friedrich Wilhelm III. "Frau von Berg, sechzehn Jahre älter als die Königin, war eine bemerkenswerte Erscheinung, eine bedeutende Frau. Sie war mit den großen Schriftstellern, mit Goethe, Jacobi und Herder, persönlich bekannt; mit den Brüdern Stolberg, Gleim, Jean Paul und Johann Heinrich Voß stand sie auf vertrautem Fuß. Ihr bester Freund war Freiherr vom Stein, der sie als "männlich" charakterisiert: Frau von Berg versammelte - nach ihrer Scheidung 1801 - in emanzipierter Eigenständigkeit die geistige Elite Berlins, darunter die Humboldts, in ihrem Haus am Tiergarten um sich. Von Herder stammt die Charakteristik, man lebe mit Caroline von Berg "ungemein schön, leicht, anmutig und vernünftig" - Eigenschaften, die Luise faszinierten. Eine Beziehung entstand, die immer inniger wurde. "Schon zwei Tage habe ich Sie nicht gesehen, das ist mir unerträglich ... Glauben Sie an meine Freundschaft, die ich langsam gebe, aber dann für's Leben ..." Die Freundschaft währte noch über das Leben hinaus, denn es war Caroline von Berg, die der Königin ins Exil folgte, bis zur letzten Stunde bei ihr war und ihre erste Biographie verfaßte." (Dagmar von Gersdorff, Königin Luise und Friedrich Wilhelm III., 1996, S. 115). Die erste Ausgabe dieser Biographie war als schmales Bändchen bereits 1814 erschienen; die vorliegende zweite ist um die Schilderung der Jugendjahre Luises erweitert worden. -Vorsatz mit kl. Abschnitt, stellenweise etwas stockfleckig.- Vorsatzblatt etwas angerändert und mit zeitgenössischem, handschriftlichem Vermerk, minimal gebräunt und kaum fleckig."
Preis: 550 EUR