Buchcover
FRIEDRICH WILHELM IV. -: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift, ohne Ort und Datum (wohl 1819), eine Seite, 18,4 x 11,3 cm. Vermutlich an den Architekten Pierre Francois Léonard Fontaine (1758 - 1853), dem er eine Vase als Geschenk sendet.

"Le Baron Alexandre de Humboldt veut bien se charger de Vous remettre de ma part un vase en porcellaine de Berlin. Je Vous prie, Monsieur de recevoir ce petit cadeau comme un Souvenir de quelqun qui se ressouvient avec le plus vif interèt des momens passés avec Vous à Paris & à Vertus & comme un témoignage de la reconnoissance que je Vous dois pour les beaux ouvrages que Vous avez bien voulu me donner. Frederic Guillaume, Prince royal de Prusse. Ende Februar 1819 berichtet Alexander von Humboldt dem Kronprinzen über die begeisterte Aufnahme des königlichen Präsentes: "Herr Fontaine ist tief gerührt gewesen". (vergl. Ulrike Leitner (Hrsg.): Alexander von Humboldt. Friedrich Wilhelm IV. Briefwechsel, 2013, S. 101). Rolf Johannsen bewertet in seinem Buch 'Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Von Borneo nach Rom. Sanssouci und die Residenzprojekte 1814 bis 1848' die Begegnungen des jungen preußischen Kronprinzen mit Fontaine, "dem erfolgreichsten Architekten seiner Zeit, als richtungsweisend für die Residenzprojekte im Besonderen und für Friedrich Wilhelms Architekturverständnis im Allgemeinen. Im Auftrag Napoleons hatten die Architekten Percier und Fontaine Pläne für ein Palais du Roi de Rome entworfen, für die sich dann auch der preußische Kronprinz lebhaft interessiert hat. Mit der gleichen Intention, in der der Palast für den französischen Thronfolger entstand, wollte auch Friedrich Wilhelm eine Residenz erbauen, die seine Machtansprüche untermauern sollte. Bei ihrem zweiten Zusammentreffen im Jahr 1815 hielt ihm Fontaine einen kurzen Vortrag darüber, dass seiner Ansicht nach ein Souverän besser durch seine architektonischen Leistungen als durch Kriege seine Macht demonstrieren solle. Unter diesen Eindrücken und in der Euphorie der gewonnenen Befreiungskriege sind nach Ansicht Rolf H. Johannsens die eigenen Entwürfe Friedrich Wilhelms 1815 für einen Schlossbau - Belriguardo - entstanden. Dieses Schloss müsse als ein Symbol des wieder erstarkten Preußen gewertet werden." (Catharina Hasenclever: Rezension von: Rolf Johannsen: Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. In: sehepunkte 8, 2008). - Zustand: winzige Fehlstelle im Papier außerhalb der Schrift."
Preis: 350 EUR