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BRAUN, A(LEXANDER): Über Parthenogenesis bei Pflanzen. Und: Über Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne. Ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen. Berlin, Buchdruckerei der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1856 und 1860. Titelblatt, Seite 311 - 376 und 1 lithographierte Tafel. Und: Titelblatt, Seite 109 - 263 und 6 lithographierte Tafeln. Goldgeprägter Halbleder-Band der Zeit (Kanten berieben), 26,5 x 21 cm.

"Sonderabdruck aus den 'Abhandlungen der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin', 1856 und 1859. Exemplar mit interessanter Provenienz: Vortitel mit den handschriftlichen Besitzvermerken 'A. Braun', d.i. wohl der Verfasser selbst und darunter 'C. Mettenius', d.i. mit größter Wahrscheinlichkeit Cecile Mettenius, die Tochter des Verfassers, die den bekannten Biologen Georg Mettenius geheiratet hatte und im Jahre 1875 eine erste und 1882 eine zweite, umfangreichere Biographie ihres Vaters veröffentlichte. Alexander Braun (1805 - 1877), den Friedrich Boas einen der großen Schauer der Formenwelt und Formenfülle der Pflanzen genannt hatte, wurde nach Stationen in Karlsruhe, Freiburg und Gießen Professor in Berlin. Er stellte für den Botanischen Garten in Berlin ein ""vorzügliches natürliches System"" (ADB) auf, seine Algenuntersuchungen führten ihn zu einer Erweiterung des Zellbegriffes und des Protoplasmas, die Auffassung des Coniferenzapfens als Blüte geht auf ihn ebenso zurück, wie die Schimper-Braunsche-Blattstellungstheorie. ""Neben diesen Großleistungen der induktiven Forschung, Phytographie und Systematik ist er ein bedeutender Naturphilosoph, der die Goethesche Anschauung bis zur letzten Konsequenz durchführte, ohne in die groben Verirrungen seiner Vorgänger zu verfallen. Er bedeutet den Höhepunkt der idealistischen Naturbetrachtung. Da ihm der Kausalnexus nicht lag, so lehnte er die Darwinsche Entwicklungslehre ebenso ab wie die philosophische induktive Richtung physikalischchemischer Prägung. Da letztere zur Herrschaft gelangte, ist Braun lange Zeit völlig unbeachtet geblieben, erst die neuere Zeit beurteilt ihn wieder gerechter."" (Ziegenspeck, H., in: Neue Deutsche Biographie, Band 2 (1955), S. 548). ""Die merkwürdige, im Thierreiche längst bekannte Thatsache der Parthenogenesis lenkte Braun's Aufmerksamkeit auf ähnliche Erscheinungen in der Pflanzenwelt. Er trug im October 1856 in der Berliner Akademie über Parthenogenesis der Pflanzen vor, ausgehend von Beobachtungen, welche er an Caelebogyne ilicifolia und Chara crinita gemacht hatte. Seine zuerst von einigen Forschern angezweifelten Funde wurden durch spätere Untersuchungen de Bary's bestätigt und durch neue von Pringsheim an Saprolegnia-Arten constatirte Fälle erweitert."" (E. Wunschmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 47 (1903), S. 186-193). - Wenige leichte Bleistiftanstreichungen, 1 kl. Korrektur im Text."
Preis: 100 EUR