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LIEDERBUCH -: 'Noten Liederbuch' (kalligraphischer Titel), handschriftliche Sammlung von über 60 Liedern mit Noten und Text, um 1845 (auf S. 71 datiert 22.6.45), braune und stellenweise rote Tinte auf Papier, 73 teils nummerierte Seiten, Blattgröße ca. 19,5 x 12,7 cm. Einfacher brauner Leinwand-Band mit gezeichneter Deckelvignette (Lyra mit dem Besitzvermerk 'A. Andersen' und der Inschrift 'Cantus vivat'), Einbandbezug fleckig und berieben).

"Schönes Beispiel für das Repertoire einer Liedertafel in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Enthält neben anonymen Kompositionen (Bergmannslied, Reiters Morgenlied, Schweizer Hirtenlied, Soldatenlied, Des Deutschen Vaterland, Jagerlied, Soldatenabschied, Das freie Wort, Nur nach Deutschland, Schottische Ballade, Soldatenliebe, Freie Kunst etc.) Lieder von Leonhart de Call (Der Abend, Andante, Ihr bangen Sorgen weicht), von Carl Maria von Weber (Husarenlied, Ständchen, Gebet vor der Schlacht von Körner), von F. W. Berner (Studentengruss, Die drei Käferknaben), von M. Reichenbach (Stiftungslied, Die Himmelsfarben), von A. Bergt (Waldnacht Jagdlust, Lied der Freude), von H. Werner (Soldatenlied aus Faust v. Göthe, Wehrmannslied, Soldatenchor), von M. Grimm (Abschiedsgruss an die Schweiz, Matrosenlied, Epistel an meine Sänger, Seilersang, Ständchen zum 1ten Mai 1845, Bergmannslied), von Zöllner (Mein Vaterland), von C. Blum (Walzer), von Eisenhofer (Schnellwalzer), Stunz (Festmarsch), Julius Otto '(Des Sängers letztes Wort), W. Osthoff (Weinlied), Schubert (Was wir lieben) und weitere Lieder von Marschner, Eisenhofer, Kreutzer, Nissen u.a.m. Leonhard von (oder de) Call (1779 - 1815) "verfaßte zahlreiche Compositionen für Violine, Flöte, Guitarre und andere Instrumente ... Seine große Popularität in den ersten Jahrzehnten unsers Jahrhunderts charakterisirt eine Zeit der Contraste: Beethoven mit seinem gewaltigen Orchester auf der einen und Call mit Flöte und Guitarre auf der anderen Seite! Den größten Erfolg gewann Call als Gesangcomponist durch seine Duette und Terzette und namentlich durch seine Vocal-Quartette. In der Geschichte unserer Liedertafeln muß er neben und chronologisch sogar vor Nägeli als einer der Begründer des vierstimmigen Männergesanges genannt werden. In diesen Werken verband Call eine süße, häufig in opernhaften Coloraturen prangende Cantilene mit Begleitstimmen von nahezu instrumentaler Figurirung und Rhythmik." (Artikel "Call, Leonhard von" von Wilhelm Heinrich Riehl in: Allgemeine Deutsche Biographie). Friedrich Wilhelm Berner (1780 - 1827), "ausgezeichneter Organist, Clavierspieler, Componist und Lehrer", den seit 1804 mit C. M. von Weber ein freundschaftliches Verhältnis verband, und der 1812 von Breslau nach Berlin gesandt wurde, um die Einrichtung der Zelter'schen Singakademie, "zum Zwecke der Gründung eines ähnlichen Institutes in Breslau", kennen zu lernen. "In seine Vaterstadt zurückgekehrt, war er betheiligt an allen zur Hebung der dortigen Musikzustände beitragenden Unternehmungen" (Artikel "Berner, Friedrich Wilhelm" von Arrey von Dommer in: Allgemeine Deutsche Biographie). Zustand: Innen etwas fingerfleckig."
Preis: 270 EUR