Buchcover
NOTARIAT -: 'DU NOTAIRE'. Französische Handschrift in schwarzer Tinte auf Papier, unsigniert und undatiert (ca. 1760), einspaltig, zu 26 - 35 Zeilen, Schriftspiegel ca. 20 x 13 cm. (478) S. (bis Seite 472 paginiert), (1) lose eingelegtes Korrekturblatt, dunkelbrauner Ganzleder-Band der Zeit auf fünf unechten Bünden (Gelenke mit kl. Einrissen, Ecken etwas berieben), 27 x 18,5 cm.

Der Text, in gut lesbarer Reinschrift, besteht aus etwa 200 Kapiteln mit Überschriften, die jeweils ca. 1 bis 4 Seiten umfassen. Die ersten Kapitel (S. 1 -23) befassen sich zunächst mit dem Notariat im Allgemeinen und dessen (historischer) Funktion ('Du Notaire', 'De la Creation des Notaires', 'Du Privilege des Notaires', etc.). Die folgenden (S. 23 - 104) behandeln die Praxis und die Rechtsformen von Verträgen und Transaktionen ('De l'origine des Contracts', 'De L'obligation', 'Formule d'une obligation', 'Des legalizations', 'De la transaction', 'De la restitution', 'Des choses qui peuvent être vendues, ou achetées', etc.) und (S. 105 bis 230) den Kauf und Verkauf, die Überlassung, den Tausch und die Nutznießung, insbesondere von Immobilien, sowie spezielle Formen der Übertragung von Gütern und Rechten ('De la vente des fruits', 'De la vente des servitudes', 'De la rente', 'Du partage', 'De l'echange', 'Du titre clerical', 'Des resignations des benefices', 'Du contract d'entrée en religion', 'De la Commande', 'Des fiefs', 'Des taillables', 'Des procures', 'Des Donnations', etc.). Auf Seite 230 bis 270 werden Heiratsverträge behandelt, daran anschließend (bis S. 297) u.a. Gesellschafts- und Vereinsrecht und Lehrverträge ('De la Societé', 'De l'apprentissage', 'Du Depot', 'De la quittance'), ab Seite 298 Testamente und Erbschaftsangelegenheiten ('De l'institution hereditaire', 'De la legitime', 'Des legats', 'Des usufruits', 'Des enfants naturels, bâtards, ... ', 'Des aliments', 'De l'inventaire legale', etc.). Ab Seite 395 wird schließlich das Schuldner-Gläubiger-Verhältnis, Zinsen und Sicherheiten dargestellt ('Des interets et usure', 'Des prescriptions', etc.); die letzten Kapitel befassen sich mit Sonderfragen, aber auch den Notariatstarifen; die Seiten 463 bis 471 enthalten das Inhaltsverzeichnis. - Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gab es in Frankreich ein Standardwerk zum Notariat, das Lehrbuch par excellence : Claude de Ferrieres (1639 - 1715) 'La Science parfaite des Notaires', erstmals 1682 in Paris erschienen. Auch für das vorliegende Manuskript war dieses, von Ferrieres Sohn Claude-Joseph (1680 - 1750) fortgeschriebene Standardwerk , wohl ein Vorbild. Auch Ferrieres Werk besteht aus etwas über 200 Kapiteln, von denen die meisten in der hier vorliegenden Handschrift ihre Entsprechung finden. Während Ferriere aber streng definitorisch Begriff für Begriff abhandelt, geht die Handschrift auch auf (wohl der eigenen Praxis entnommenes) Nebensächliches und Beispielhaftes ein : 'Des fruits qui tombent des arbres d'autrui sur le fond voisin' (Seite 444) etc. - Die ersten Seiten mit mittigem Braunfleck, sonst nur stellenweise leicht stockfleckig.
Preis: 1500 EUR